reflections

Früher war alles einfacher. Ich hatte einen Plan.

Mit 18 hätte ich mein Abitur, danach wollte ich studieren. Als Kind reizte mich Tiermedizin, später tendierte ich mehr zu Journalismus und den sozialen Berufen.

Aber alles kam anders.

Ich bin Borderlinerin, mit jeder Menge Verhaltensweisen, die ich gerade erst zu verstehen beginne. Manchmal auch mit Wahrnehmungsstörungen, wie leichten Halluzinationen und "Aussetzern", die Dissoziationen genannt werden. Jetzt bin ich 20, habe in der 12 die Schule abgebrochen und keine Pläne mehr, denn mittlerweile genügt es mir, wenn mal einige Zeit Ruhe in meinem Kopf herrscht.

Woher das alles kommt? Ich weiß es nicht. Es gab genug, das diese Persönlichkeitsstörung hätte auslösen können, aber was es letztendlich war, kann ich nicht sagen. Noch bin ich krank geschrieben, und auch wenn ich es bisher niemandem gesagt habe, besteht die Möglichkeit, dass ich zumindest vorübergehend als arbeitsunfähig erklärt werde. Wie ich mit diesen Schwankungen und tendenziell oft selbstschädigenden Verhaltensweisen jemals über längere Zeit arbeitsfähig sein soll, ist mir zumindest zur Zeit auch schleierhaft.

Alles ist anders gekommen, als ich dachte. Familie, Freunde, Geliebter und meine Tiere geben mir den Halt, den ich so dringend brauche.

Ob ich mir wünsche, normal zu sein? Ja, oft. Aber dann sehe ich wieder die Vorteile, die in meiner "anderen" Weltsicht und hoher Sensibilität liegen.

Auch, wenn es mich hin und wieder verrückt macht: Ich würde es nicht anders wollen.


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